Ansicht von Dr. Bach über Krankheit

Dr. Bach war der Meinung, dass Menschen die Leiden und die Ursache bei sich selber suchen, dabei ihre Heilung selbst fördern können. Im Gegensatz zur Medizin, die nur probiert, die Ursache zu unterdrücken.

Was heute unter Krankheit gemeint wird, ist lediglich das Endprodukt, von tief und lang wirkenden Kräften. Dadurch kann eine physische Behandlung nur eine vorübergehende Erleichterung bringen. In Wirklichkeit ist Krankheit ein Ergebnis von einem Konflikt zwischen Seele und Geist. Dieser kann nur für immer geheilt werden, wenn man sich spirituell und mental mit dem Konflikt auseinandersetzt. So gesehen ist Krankheit etwas gutes, wenn sie richtig gedeutet wird, da sie uns zu unseren wesentlichen Fehlern führt.

Wenn wir das Wesen der Krankheit verstehen wollen, müssen wir bestimmte Grundwahrheiten anerkennen.
1. Der Mensch hat eine Seele, die sein wahres Selbst ist.
2. Wir sind auf der Erde, um alles Wissen und alle Erfahrungen zu sammeln, die durch unsere irdische Existenz gesammelt werden können, um Tugenden zu entwickeln, und zu ändern, was in uns falsch ist.
3. Wir müssen erkennen, dass unser Leben auf Erden ein Augenblick ist, gemessen am Leben. So in etwa wie ein einziger Schultag.
4. Sind Seele und unsere Persönlichkeit in Harmonie, herrschen Freude, Frieden, Glück und Gesundheit. Ein Konflikt ist die Wurzel und Ursache von Krankheit.
5. Die Erkenntnis der Einheit aller Dinge: dass der Schöpfer aller dinge Liebe ist und dass alles, was wir wahrnehmen, in seiner unendlichen Formenvielfalt eine Manifestation dieser Liebe ist.

Es gibt also zwei grosse mögliche Grundfehler.
1. Die Spaltung zwischen Seele und Persönlichkeit.
2. Grausamkeit und Schädigung von anderen, denn das ist eine Sünde wider der Einheit.
Beides bringt Konflikte mit sich, die zu Krankheit führen.

Krankheit ist als solche wohltätig, denn ihr Zweck ist es, unsere Persönlichkeit mit dem göttlichen Willen der Seele zu vereinen. Die göttliche Kraft gibt uns jede Gelegenheit, unseren Lebenswandel zu bessern, bevor, als letztes Mittel, Schmerz und Leiden angewandt werden müssen. Es sind nicht unbedingt nur die Fehler dieses Lebens, dieses Schultages, gegen die wir ankämpfen; obwohl unser physischer Verstand sich der Gründe unseres Leidens nicht bewusst ist, das uns grausam und grundlos erscheinen mag, so kennt doch unsere Seele (die wir sind) den tiefen Zusammenhang und führt uns zu unserem Besten. Erkenntnis des Ziels der Seele und Hingabe an dieses Ziel bedeutet Erlösung aus irdischem Leid und Kummer und schenkt uns die Möglichkeit, uns in unserer Evolution in Freiheit und Glück fortzuentwickeln. Dies erreichen wir, wenn wir den Befehlen unserer Seele, unserem höheren Selbst, gehorchen; dies lernen wir durch Gewissen, Instinkt und Intuition. Wir sehen, dass Krankheit aufgrund dieser wesenhaften Prinzipien sowohl vermeidbar wie heilbar ist.

Die primären Krankheiten des Menschen sind Fehler wie Stolz, Grausamkeit, Hass, Selbstliebe, Unwissenheit, Labilität und Gier. Betrachtet man diese Fehler, so stellt man fest, dass sie der Einheit entgegenstehen. Nach dem wir eine Entwicklungsstufe erreicht haben, auf der wir sie als falsch erkennen, ist es das Fortführen und Beharren auf solchen Fehlern, was im Körper die schlimmen Folgen herbeiführt, die wir Krankheit nennen.
Stolz: Beruht auf einem Mangel an Einsicht in der Kleinheit der Persönlichkeit und ihre vollständige Abhängigkeit von der Seele. Zweitens beruht er auf einem Verlust des Sinns für Proportion, der uns die eigene Geringfügigkeit inmitten des Schöpferplanes erkennen liesse. Da Stolz sich immer weigert, sich in Demut und Ergebung dem Willen Gottes zu beugen, verübt er Handlungen, die diesem Willen entgegenstehen.
Grausamkeit: Ist eine Leugnung der allumfassenden Einheit und die Unfähigkeit zu begreifen, dass jede Handlung, die einem anderen schadet, zum Ganzen im Widerspruch steht und folglich ein Vergehen gegen die Einheit darstellt.
Hass: Ist das Gegenteil von Liebe, die Umkehrung des Gesetzes der Schöpfung. Er führt zu Handlungen und Gedanken, die der Einheit entgegenwirken.
Selbstliebe: Ist ebenfalls eine Leugnung der Einheit und der Pflicht gegenüber unseren Mitmenschen, indem wir unsere eigenen Interessen über das Wohl der Menschheit Stellen.
Unwissenheit: Ist die Weigerung zu lernen und die Wahrheit zu erkennen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Sie führt zu vielen falschen Handlungen, die nur in der Finsternis möglich sind und nicht geschehen können, wenn wir vom Licht der Wahrheit umgeben sind.
Labilität: Labilität, Unentschiedenheit und Schwäche in der Zielorientierung entstehen, wenn die Persönlichkeit sich weigert, sich von dem höhern Selbst leiten zu lassen. Diese Schwäche führt uns dazu, andere zu verraten.
Gier: Sie äussert sich in Machtstreben. Sie ist eine Leugnung der Freiheit und Individualität jeder Seele. Anstatt zu erkennen, dass jeder von uns hier auf der Erde weilt, um sich, dem Diktat seiner Seele folgend, frei zu entwickeln, seine Individuation voranzutreiben und frei und unbehindert zu arbeiten, will die Persönlichkeit mit Gier herrschen, formen und befehlen und usurpiert damit die Allmacht des Schöpfers.

Wir sehen jetzt, dass jede Art von Krankheit, an der wir leiden mögen, uns dazu führen wird, den Fehler zu entdecken, der hinter den Beschwerden liegt. Zum Beispiel führt Stolz, die Arroganz und Starrheit des Geistes, zu Krankheiten, die sich als Rigidität und Steifheit im Körper zeigen. Schmerz ist das Ergebnis von Grausamkeit; durch sein persönliches Leiden lernt der Patient, es keinem anderen zuzufügen, weder physisch noch psychisch. Die Strafen für Hass sind Einsamkeit, gewaltsame, unbeherrschbare Wutausbrüche, extreme Nervosität und Zustände von Hysterie. Die Krankheiten von Introspektion-Neurose, Neurasthenie und ähnliche Befunde-, die dem Leben seine Freude rauben, werden von exzessiver Selbstliebe verursacht. Unwissenheit und Mangel an Weisheit führen zu Schwierigkeiten im täglichen Leben. Verweigert die Person beharrlich, die Wahrheit zu sehen, wenn die Gelegenheit dazu da ist, dann sind Kurzsichtigkeit und eine Beeinträchtigung des Seh- und Hörvermögens die natürliche Folge. Psychische Labilität zieht den gleichen Zustand im Körper nach sich: die vielfältigen Störungen von Bewegung und Koordination. Das Ergebnis von Gier und Machtausübung über andere sind Krankheiten, die den Leidenden zu einem Sklaven seines eigenen Körper machen, mit Begierden und Sehnsüchten, die wegen der Krankheit nicht ausgelebt werden können.

Darüber hinaus ist es kein Zufall, welcher Körperteil befallen wird, vielmehr geschieht es in Übereinstimmung mit dem Gesetz von Ursache und Wirkung und kann uns wiederum als hilfreicher Hinweis dienen. Zum Beispiel wird das Herz, die Quelle des Lebens und der Liebe angegriffen, wenn insbesondere die Liebe zur Menschheit nicht entwickelt ist oder falsch benutzt wird. Eine kranke Hand weist auf Versagen oder falsches Handeln hin. Wird das Gehirn befallen, das Zentrum der Kontrolle, so zeigt das einen Mangel an Beherrschung der Persönlichkeit. Das sind die gesetzmässigen Folgen. Wir können alle die Konsequenzen sehen, die ein Wutausbruch hat oder der Schock einer schlechten Nachricht. Wenn Trivialitäten eine solche Wirkung auf den Körper haben können, wie viel ernster und tiefgehender ist dann ein anhaltender Konflikt zwischen Seele und Körper! Ist es dann erstaunlich, dass als Ergebnis so schlimme Krankheiten entstehen, wie sie heute unter uns verbreitet sind?

Wir stellen also fest, dass an Krankheit nichts Zufälliges ist, weder an der Art der Krankheit noch an dem Körperteil, der davon befallen wird. Wie alle anderen Erscheinungsformen von Energie folgt sie dem Gesetz von Ursache und Wirkung. Gewisse Krankheiten können durch direkte physische Ursachen hervorgerufen werden, etwa durch Gift, Unfälle, Verletzungen und grobe Exzesse. Aber im Allgemeinen ist Krankheit die Folge einiges grundlegenden Fehlers in unserer Persönlichkeit, wie in den bereits angeführten Beispielen gezeigt.

Heile dich Selbst: Die 38 Bachblüten

Heile dich Selbst: Die 38 Bachblüten

Eine Zusammenfassung aus dem Buch "Heile dich Selbst: die 38 Bachblüten" vom Goldmann Verlag.